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Prozessbeispiel · Bescheide

Jeder Bescheid geprüft — nicht nur der auffällige.

Ein Steuerbescheid ist nicht nur ein Dokument zum Ablegen. Er muss mit den bereits vorhandenen Informationen zum Mandanten verglichen und inhaltlich eingeordnet werden.

Fachliche Quelle
DATEV
Technischer Zugriff
KlarDaten
Verarbeitung
n8n und Prüf-Skill
Freigabe
Die Kanzlei

Eingesetzt inCase 03 · Auslastung

01 · Wie es heute läuft

Der Bescheid liegt in Minuten auf dem Tisch. Die Prüfung dauert Stunden.

Der Bescheid muss dem richtigen Mandanten und Zeitraum zugeordnet, gegen die DATEV-Daten gehalten und auf Abweichungen, Vorläufigkeitsvermerke und Fristen gelesen werden. Bei jedem einzelnen Bescheid.

  • 01Bescheid zuordnen15 Min
  • 02Vergleichsdaten aus DATEV holen30 Min
  • 03Werte vergleichen45 Min
  • 04Hinweise und Fristen prüfen30 Min
  • 05Prüfbericht schreiben30 Min
Je Vorgang 2,5 Stunden Bei 400 Bescheiden im Jahr: 1.000 Stunden.

Genau deshalb wird in der Praxis oft nur stichprobenhaft geprüft. Von diesen fünf Schritten bleibt automatisiert einer übrig — die fachliche Bewertung.

8Schritte im AblaufVom Auslöser bis zum fertigen Ergebnis.
7laufen automatisiertDatenzugriff, Zusammenführung, Auswertung und Dokument.
1bleibt bei der KanzleiDie fachliche Bewertung. Genau der Schritt, für den man Berufsträger braucht.
Schätzwerte auf Basis vergleichbarer, real beobachteter Kanzleiabläufe — kein Messwert. Im Pilot messen wir gegen Ihre Baseline.

02 · Was der Prozess sichtbar macht

Nicht den Bescheid zusammenfassen. Sondern zeigen, wo er abweicht.

Der Bescheid enthält festgesetzte Beträge, Erstattungen oder Nachzahlungen, Vorauszahlungen, Erläuterungen zu Änderungen, Hinweise wie Vorläufigkeit oder Vorbehalt der Nachprüfung sowie eine Rechtsbehelfsbelehrung mit Fristen.

  • welche Werte vom eingereichten Stand abweichen
  • welche Hinweise des Finanzamts Aufmerksamkeit brauchen
  • welche Erläuterungen zu Änderungen führen
  • welche Fragen sich für den Mandanten ergeben
  • wo tatsächlicher Handlungsbedarf entsteht

03 · Der fachliche Ablauf

Acht Schritte. Sieben davon müssen keine Person mehr machen.

Der Prozess startet, sobald ein Steuerbescheid eingeht. Das Ergebnis ist keine allgemeine Zusammenfassung des Bescheids.

  1. 01

    Ein Steuerbescheid geht ein.

  2. 02

    Der Bescheid wird dem entsprechenden Mandanten und Veranlagungszeitraum zugeordnet.

  3. 03

    Die relevanten Vergleichsdaten werden aus DATEV abgerufen.

  4. 04

    Die Werte und Inhalte des Bescheids werden mit den DATEV-Daten verglichen.

  5. 05

    Abweichungen, Erläuterungen, Vorläufigkeitsvermerke, Vorbehalte und mögliche Fristen werden herausgearbeitet.

  6. 06

    Die Ergebnisse werden in einem strukturierten Prüfbericht zusammengefasst.

  7. 07

    Eine mögliche Folgeaktion wird vorgeschlagen.

  8. 08

    Die Kanzlei bewertet die fachliche Relevanz und entscheidet, wie sie mit dem Fall weiter verfährt.

    Hier entscheidet der Mensch

04 · Die Automatisierung

DATEV bleibt die fachliche Grundlage. Der Workflow greift sie nie direkt an.

n8n startet den Ablauf beim Eingang des Bescheids. Über KlarDaten werden die benötigten Informationen aus DATEV abgerufen und gemeinsam mit dem Bescheid an den Prüf-Skill übergeben.

EingangBescheidPost · Abruf · ScanFachliche QuelleDATEVErklärung · BerechnungZugriffsschichtKlarDatenliest die DatenVerarbeitung · Bescheid-SkillEbene 1 · WerteIst die Differenz erklärbar?Ebene 2 · TextVermerke — neu oder entfallen?Ebene 3 · FristKandidat, immer unbestätigtErgebnisPrüfberichtmit FundstellenFreigabeBerufsträgerentscheidet RelevanzDer Workflow greift die fachliche Quelle nie direkt an
Zwei Eingänge, drei Prüfebenen, ein zitierter Bericht — entschieden wird am Ende, nicht unterwegs.
WertvergleichZeigt, wo der Bescheid abweicht.

Festsetzung, Vorauszahlungen und Erstattung werden gegen den eingereichten Stand gehalten. Gerechnet, nicht geschätzt.

Bescheid-SkillBeschreibt, was die Abweichung bedeutet.

Er ordnet Erläuterungen, Vorläufigkeitsvermerke und Fristen ein und formuliert daraus den möglichen Handlungsbedarf.

Was dabei erfasst und geprüft wird

  • Festgesetzte Steuer
  • Erstattung oder Nachzahlung
  • Vorauszahlungen
  • Abweichungen zur Erklärung
  • Erläuterungen
  • Vorläufigkeitsvermerke
  • Vorbehalt der Nachprüfung
  • Rechtsbehelfsfrist

05 · Das Ergebnis

Am Ende liegt kein zusammengefasster Bescheid vor. Sondern eine Entscheidungsgrundlage.

Die Kanzlei arbeitet den technischen Workflow nicht erneut durch. Sie beginnt mit dem fachlich aufbereiteten Ergebnis.

Prüfbericht · Novak Elektro GmbH Körperschaftsteuerbescheid 2024 · eingegangen 11.08.2026 DATEV-Bescheidabgleich: 2 Abweichungen
Ebene 1Werte — Erklärung gegen Bescheid
PositionErklärung / DATEVBescheidDifferenzEinordnung
Steuerbilanzgewinn 184.312,00 € 184.312,00 € 0,00 € übereinstimmend
Nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 5 EStG) 3.210,00 € 4.960,00 € +1.750,00 € abweichend — siehe Erläuterung 2
Festgesetzte KSt 27.646,00 € 27.909,00 € +263,00 € Folge der Abweichung
Vorauszahlungen 2026 27.600,00 € 27.900,00 € +300,00 € angepasst
Ebene 2Text und Nebenbestimmungen — gegen den Vorjahresbescheid gehalten
FundstelleInhaltEinordnung
Erläuterung 2 „Bewirtungsaufwendungen wurden mangels Nachweis der betrieblichen Veranlassung zu 100 % hinzugerechnet.“ erklärt die Wertabweichung; Nachweis in der Akte vorhanden → Prüfpunkt
Vorläufigkeitsvermerk § 165 Abs. 1 S. 2 Nr. 3 AO — anhängiges Verfahren zur Verzinsung unverändert zum Vorjahr
Vorbehalt der Nachprüfung nicht gesetzt — im Vorjahr: gesetzt Änderung zum Vorjahr → Hinweis
Ebene 3Frist — gerechnet, nicht entschieden
07.08.2026Bescheiddatum (Freitag)
11.08.2026Bekanntgabe — Zugangsvermutung vier Tage, § 122 Abs. 2 AO
11.09.2026Fristkandidat Einspruch — § 355 Abs. 1 AO; § 108 Abs. 3 AO greift hier nicht. Unbestätigt — Bestätigung durch Ihre Fristenkontrolle.
Zur fachlichen Prüfung Jede Feststellung trägt ihre Fundstelle im Bescheid

Wo DATEV bereits elektronisch abgleicht, baut der Bericht darauf auf. Wo kein Abgleich existiert — kommunale Gewerbesteuerbescheide, Feststellungsbescheide, Bescheide nach Betriebsprüfung — übernimmt er den Wertvergleich selbst.

06 · Werkzeuge und Rollen

Jedes Werkzeug hat genau eine Aufgabe.

Die klare Trennung ist der Grund, warum sich nachvollziehen lässt, woher jede Aussage im Prüfbericht stammt.

Fachliche Quelle

DATEV

Liefert Mandanteninformationen, Steuererklärung, Berechnungen und Vorunterlagen, gegen die der Bescheid gehalten wird.

Zugriffsschicht

KlarDaten

Stellt den technischen Zugriff auf die benötigten DATEV-Daten bereit. Der Workflow greift nicht selbst in DATEV.

Auslöser

n8n

Startet den Ablauf beim Eingang des Bescheids und übergibt Dokument und Falldaten an die Verarbeitung.

Prüfung

Bescheidprüfungs-Skill

Legt fest, welche Werte verglichen werden, was als Abweichung gilt und wie Hinweise und Fristen dargestellt werden.

Ergebnis

Prüfbericht

Strukturierte Darstellung von Abweichungen, Hinweisen, Handlungsbedarf und vorgeschlagener Folgeaktion.

Ablage

Digitale Akte

Der freigegebene Bericht wird beim richtigen Mandanten und Zeitraum abgelegt.

07 · Was bei der Kanzlei bleibt

Sie prüfen nicht den Datenabruf. Sie prüfen die Bedeutung.

Die Kanzlei erhält den strukturierten Prüfbericht und bewertet die darin gefundenen Punkte fachlich.

  • Welche der gefundenen Abweichungen sind relevant?
  • Welche Hinweise des Finanzamts benötigen Aufmerksamkeit?
  • Gibt es einen tatsächlichen Handlungsbedarf?
  • Muss der Mandant informiert werden?
  • Ist eine Wiedervorlage oder Aufgabe nötig?
  • Soll die Prüfung eines Einspruchs eingeleitet werden?

Die Entscheidung, welche Bedeutung die gefundenen Punkte für den konkreten Fall haben, bleibt bei der Kanzlei.

08 · Was sich dadurch ändert

Jeder Bescheid geprüft. Nicht nur der, bei dem jemand ein ungutes Gefühl hatte.

Die Kanzlei muss nicht mehr aus mehreren Dokumenten und Notizen selbst herausarbeiten, was möglicherweise relevant ist.

  • 01Zuordnung zu Mandant und Zeitraum
  • 02Wertvergleich
  • 03Abweichungen
  • 04Erläuterungen des Finanzamts
  • 05Vorläufigkeit und Vorbehalte
  • 06Fristen
  • 07Möglicher Handlungsbedarf
  • 08Vorgeschlagene Folgeaktion
770 Stunden Kapazität pro Jahr — gemessen in Projekt 03: 32 Mitarbeiter, rund 400 Bescheide im Jahr. Nur 49 von 410 Bescheiden brauchten wirklich einen Berufsträger; vorbereitet wurden alle. über vier verbundene Abläufe gemessen · zur Fallstudie →