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Prozessbeispiel · Rechtsbehelf

Der Entwurf steht, bevor Sie anfangen zu schreiben.

Ein Einspruchs- oder Schriftsatzentwurf ist noch nicht die fertige Kommunikation. Er ist eine strukturierte Arbeitsgrundlage, die die Kanzlei fachlich bewertet, verändert, freigibt oder verwirft.

Fachliche Quelle
DATEV
Technischer Zugriff
KlarDaten
Verarbeitung
Langdock-Workflow
Freigabe
Die Kanzlei

Eingesetzt inCase 03 · Auslastung

01 · Wie es heute läuft

Das Schreiben dauert eine Stunde. Das Zusammentragen dauert einen Tag.

Bescheid, Erklärungs- und Berechnungsdaten, Belege, Korrespondenz und Rechtsquellen müssen zusammengeführt werden, bevor der erste Satz steht. Die eigentliche Formulierung ist der kürzeste Teil.

  • 01Fall und Bescheid aufarbeiten90 Min
  • 02Belege den Tatsachen zuordnen75 Min
  • 03Rechtsquellen sichten120 Min
  • 04Argumentation aufbauen105 Min
  • 05Entwurf schreiben120 Min
Je Vorgang 8,5 Stunden Bei 30 Einsprüchen im Jahr: 255 Stunden.

Deshalb landet die Arbeit fast immer bei denselben erfahrenen Personen. Von diesen fünf Schritten bleibt automatisiert einer übrig — die fachliche Bewertung.

10Schritte im AblaufVom Auslöser bis zum fertigen Ergebnis.
9laufen automatisiertDatenzugriff, Zusammenführung, Auswertung und Dokument.
1bleibt bei der KanzleiDie fachliche Bewertung. Genau der Schritt, für den man Berufsträger braucht.
Schätzwerte auf Basis vergleichbarer, real beobachteter Kanzleiabläufe — kein Messwert. Im Pilot messen wir gegen Ihre Baseline.

02 · Was der Prozess sichtbar macht

Nicht schneller schreiben. Sondern mit vorbereitetem Material anfangen.

Der Prozess verwendet die für den konkreten Fall freigegebenen Falldokumente, die relevanten DATEV-Daten und die zugelassenen Rechtsquellen und Kanzleivorlagen.

  • welcher Streitpunkt tatsächlich strittig ist
  • welcher Beleg welche Tatsache stützt
  • welche Rechtsquellen für den Fall einschlägig sind
  • welche Anlagen dem Schriftsatz beiliegen müssen
  • wo noch Informationen fehlen

03 · Der fachliche Ablauf

Zehn Schritte. Neun davon müssen keine Person mehr machen.

Der Prozess beginnt mit einem freigegebenen Auftrag mit definiertem Ziel — etwa der Erläuterung einer Abweichung oder dem Antrag auf eine bestimmte Änderung.

  1. 01

    Ein freigegebener Auftrag wird gestartet.

  2. 02

    Die relevanten DATEV-Daten werden über KlarDaten abgerufen.

  3. 03

    Bescheid, DATEV-Daten und Falldokumente werden zusammengeführt.

  4. 04

    Sachverhalt und Streitpunkt werden strukturiert.

  5. 05

    Belege werden den jeweiligen Tatsachen zugeordnet.

  6. 06

    Freigegebene Rechtsquellen und Vorlagen werden bereitgestellt.

  7. 07

    Eine Sachverhalts- und Beweismatrix wird erstellt.

  8. 08

    Daraus entstehen Argumentationsstruktur und Antrag.

  9. 09

    Der Schriftsatzentwurf wird mit Quellen, Anlagen und offenen Punkten erzeugt.

  10. 10

    Die Kanzlei bewertet den Entwurf und entscheidet über die weitere Verwendung.

    Hier entscheidet der Mensch

04 · Die Automatisierung

DATEV bleibt die fachliche Quelle. Der Workflow greift sie nie direkt an.

Die Kernverarbeitung findet in einem Langdock-Workflow statt. Er verbindet Auftrag, DATEV-Zugriff über KlarDaten, Falldokumente, freigegebene Rechtsquellen, Kanzleivorlagen und die Dokumenterstellung.

GrundlagePrüfberichtaus der BescheidprüfungGrundlageAkteBelege · FundstellenBeweismatrixTatsacheBelegFundstelleRechtsquelleLücke — erscheint im Entwurfals sichtbarer BlockEntwurfSchriftsatzmit offenen BlöckenFreigabeBerufsträgerargumentiertKein Argument ohne Beleg — keine Lücke ohne Kennzeichnung
Erst die Matrix, dann der Schriftsatz — Lücken erscheinen als Block, nicht als Fußnote.
BeweismatrixZeigt, welcher Beleg welche Tatsache stützt.

Jede Tatsache wird mit ihrem Beleg und ihrer Fundstelle verbunden. Nachvollziehbar, nicht behauptet.

Schriftsatz-SkillBeschreibt, wie daraus ein Antrag wird.

Er baut Argumentationsstruktur und Antrag auf, hält die Kanzleivorlage ein und markiert offene Punkte.

Was dabei erfasst und geprüft wird

  • Sachverhaltsdarstellung
  • Streitpunkt
  • Antrag
  • Argumentationsstruktur
  • Belege und Anlagen
  • Rechtsquellen
  • Offene Fragen
  • Versionsinformationen

05 · Das Ergebnis

Am Ende liegt keine ungeordnete KI-Antwort vor. Sondern ein Entwurf mit Quellen.

Der Workflow endet mit der Erstellung und Bereitstellung des Entwurfs. Die Kanzlei entscheidet anschließend über Inhalt, Relevanz, Änderung, Freigabe und weitere Verwendung.

Beweismatrix · Weber Sanitär GmbH Körperschaftsteuerbescheid 2023 vom 14.07.2026 Prüfauftrag: Gewährleistungsrückstellung und Bewirtungsaufwand angreifen
Fristkartegerechnet, nicht entschieden
14.07.2026Bescheiddatum
20.07.2026Bekanntgabe — vier Tage nach § 122 Abs. 2 AO wäre Samstag der 18.07.; § 108 Abs. 3 AO verschiebt auf Montag
20.08.2026Fristkandidat — § 355 Abs. 1 AO, ein Monat. Unbestätigt — der Berufsträger bestätigt oder trägt den tatsächlichen Zugang ein.
StreitpunkteTatsache · Beleg · Fundstelle · Rechtsquelle
Streitpunkt 1belegt
Gewährleistungsrückstellung 42.000 € nicht anerkannt
Behauptung
Rückstellung nach Schadensquote 2021–2023 gebildet
Beleg (Fundstelle)
Bilanz 2023, S. 7 · Schadensliste Anlage 4
Rechtsquelle
§ 249 Abs. 1 S. 1 HGB · § 5 Abs. 1 EStG
Streitpunkt 2offen
Bewirtungsaufwand 3.150 € gekürzt
Behauptung
Bewirtungen waren geschäftlich veranlasst
Beleg (Fundstelle)
Belege vorhanden (Ordner 3)Teilnehmerangaben fehlen
Rechtsquelle
§ 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 EStG

Teilnehmer und Anlass je Beleg nachreichen — bis dahin bleibt der Block im Entwurf offen.

OptionalBlock im Entwurf
Aussetzung der Vollziehung
Betrag / Fälligkeit
Nachzahlung 12.600 €, fällig 20.08.2026 · Bescheid, S. 1
Rechtsquelle
§ 361 Abs. 2 AO

Liegt als Baustein bereit: beantragen / nicht beantragen — Ihre Entscheidung.

Entwurfjede Lücke bleibt ein sichtbarer Block

„… Die Rückstellung beruht auf der dokumentierten Schadensquote der Jahre 2021 bis 2023 (Anlage 4). — Zu Streitpunkt 2: [OFFEN: Teilnehmer und Anlass je Beleg nachreichen] …“

Entwurf im Kanzleistil — zur fachlichen Prüfung In den Entwurf gelangen nur Aussagen mit belegter Quelle und geprüfter Fundstelle

Der fristwahrende Einspruch ist eingelegt — kurz, ohne Begründung. Dieser Prozess bereitet den Begründungsschriftsatz vor, der die Beweismatrix braucht.

06 · Werkzeuge und Rollen

Jedes Werkzeug hat genau eine Aufgabe.

Ein Schriftsatz muss belegbar sein. Die Trennung der Rollen ist der Grund, warum sich jede Aussage auf ihre Quelle zurückführen lässt.

Fachliche Quelle

DATEV

Liefert Mandanten-, Erklärungs-, Berechnungs- und Bescheiddaten für den konkreten Fall.

Zugriffsschicht

KlarDaten

Stellt den technischen Zugriff auf die benötigten DATEV-Daten bereit.

Kernverarbeitung

Langdock-Workflow

Verbindet Auftrag, Datenzugriff, Falldokumente, Rechtsquellen und Vorlagen und erzeugt daraus den Entwurf.

Grundlage

Freigegebene Rechtsquellen

Der Entwurf zitiert ausschließlich aus dem von der Kanzlei zugelassenen Quellenbestand.

Form

Kanzleivorlage

Bestimmt Aufbau, Tonalität und Formalien des Schriftsatzes.

Ausgabe

Dokumentausgabe

Erzeugt den Entwurf als Markdown, DOCX oder PDF mit Quellen, Anlagen und offenen Punkten.

07 · Was bei der Kanzlei bleibt

Sie prüfen nicht die Recherche. Sie prüfen die Strategie.

Die Kanzlei erhält den fertigen Entwurf und muss die Zusammenstellung von Sachverhalt, Belegen und Quellen nicht wiederholen.

  • Ist der Sachverhalt richtig und vollständig dargestellt?
  • Sind die relevanten Streitpunkte erfasst?
  • Ist der Antrag passend formuliert?
  • Sind die Belege richtig zugeordnet?
  • Sind die verwendeten Rechtsquellen für den Fall geeignet?
  • Entspricht der Entwurf der gewünschten Tonalität und Strategie?

Der Prozess bereitet vor. Der Berufsträger verantwortet. Freigabe und Versand bleiben eine bewusste Entscheidung.

08 · Was sich dadurch ändert

Der Einstieg ist kein leeres Blatt. Sondern ein belegter Entwurf.

Die Kanzlei erhält eine fachlich strukturierte Arbeitsgrundlage statt einer ungeordneten Antwort.

  • 01Sachverhaltsdarstellung
  • 02Streitpunkt
  • 03Antrag
  • 04Argumentationsstruktur
  • 05Quellen
  • 06Belege und Anlagen
  • 07Offene Fragen
  • 08Versionsinformationen